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Erwin Schulhoff wurde am 8. Juni 1894 in Prag geboren.
Durch eine Empfehlung von Antonín Dvorák, wurde er bereits
als Zehnjähriger in die Klavierklasse des Prager Konservatoriums
aufgenommen. Er setzte seine Studien 1906 in Wien, 1908 in Leipzig und
1913 in Köln fort. Aufgrund seiner exzellenten Studienleistungen
erhielt Schulhoff den Wüllner-Preis, außerdem gewann er den Felix-Mendelssohn-Preis
gleich zweimal: einmal als Pianist 1913, später dann als Komponist 1918.
Nach den Kriegsjahren in der Österreichischen Armee lebte er bis 1923 in Deutschland.
Hier interessierte er sich vor allem für die radikalen Richtungen der
Avantgarde, für Dadaismus und Jazz (er schrieb u.a. dass Jazz-Oratorium "HMS Royal
Oaks" und sein bekanntestes Werk, die "Hot Sonate"), wurde aber auch nacheinander
oder parallel von Impressionismus, Expressionismus und Neoklassizismus
beeinflusst. Der brilliante Pianist galt als Spezalist für Jazz und die
Vierteltonmusik Alois Hábas' und seiner Schüler. Ab 1923 wieder in Prag, war
er weiterhin als Komponist und international gefragter Pianist (vor allem
in Deutschland) erfolgreich. Aufgrund seiner Hinwendung zum Kommunismus (u.a.
vertonte er das Kommunistische Manifest) konnte er nach 1933 seine Karriere
in Deutschland nicht fortsetzen. Die für Berlin geplante Erstaufführung
seiner Oper "Flammen" wurde verhindert. In den 30er Jahren vollzog Schulhoff
eine künstlerische Wende. An die Stelle des sinfonischen Jazz treten mehrere
Symphonien im Stil des sozialistischen Realismus. In scharfem Kontrast dazu
steht seine Tätigkeit - teils unter Pseudonym - als Jazzpianist für die
Zweigstelle des Prager Rundfunks in Ostrava. Nachdem Schulhoff 1941 die sowjetische
Staatsbürgerschaft auch erhielt, bat er im April um ein Visum für die
Sowjetunion, das er auch am 13. Juni erhielt. Durch die deutsche Kriegserklärung
an die Sowjetunion wurde er plötzlich Bürger eines Feindstaates, am 23. Juni
in Prag interniert und in das Konzentrationslager Wülzburg bei Weißenburg/Bayern
deportiert, wo er am 18.8.1942 starb.
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